• GameW0rldz Leseprobe

    GameW0rldz

    von Chuck Ian Gordon

    Science Fiction Roman

    Version 1.7.52h_final

    Leseprobe

    www.GameW0rldz.com , www.GameW0rldz.de , www.GameWorldz.de

    Diese Leseprobe enthält die ersten sechs von 52 Kapiteln – den Prolog sowie den kompletten ersten Teil des I.Aktes.

    Der vollständige Roman ist erhältlich im Amazon Kindle Shop unter dem Suchwort: GameW0rldz (mit einer Null statt dem O),

    unter der ASIN B0096FNSRM

    oder über den Direktlink: GameW0rldz im Kindle Shop

     

     

    Impressum

    GameW0rldz

    Science Fiction Roman

    von Chuck Ian Gordon

    Deutsche Originalausgabe

    Verlag: Gordon’s Arcade, Triftstr. 30, 61350 Bad Homburg

    Internet: www.GordonsArca.de

    Text Copyright © 2010, 2011, 2012 Chuck Ian Gordon,
    Bad Homburg, Germany
    Lektorat: Ulrike Jonack

    Korrektorat und Satz: Heinz W. Pahlke

    Alle Rechte vorbehalten.

    1. Auflage Herbst/Winter 2012

    Internet: www.GameW0rldz.com, www.GameW0rldz.de, www.Gameworldz.de

    ISBN 978-3-944218-00-7 (eBook-Version)

    ISBN 978-3-944218-01-4 (Print-Version)

    ASIN B0096FNSRM

    Stocks/Credits:

    GameW0rldz Logo: © Chuck Ian Gordon

    Title cover: © Chuck Ian Gordon, © Tobias Roetsch – www.gtgraphics.de

    Verwendete Stock Photos www.fotolia.com:
    © #11320134 und #11521138 Paul Moore, #27780276 diter,

    #31341575 Jesse-lee-Lang, #36111736 katalinks,

    #18541346 Alperium, #30535703 Algol;

    #7618230 Vladimir Wrangel, #9337932 icholakov,

    #17927116 GooDAura, #23036868 Fotomicar,

    #27337849 Witold Krasowski, #37377834 Kovalenko Inna.

    Änderungen Stocks: © Chuck Ian Gordon, © Tobias Roetsch

    GameW0rldz und Gordon’s Arcade
    sind Marken von Gordon’s Arcade

    Für B+J+A

    Version 1.7.52h_final

    Geschrieben von November 2010 bis 28.12.2011

    Lektorat eingearbeitet bis 24.08.2012,

    letzte Änderung im Zug von Amsterdam nach Frankfurt.

    Korrekturen am 04.09.2012

    Korrektorat eingearbeitet am 15.10.2012

    Inhalt

    Prolog: Quest

    I. Akt – Spielewelten

    Teil 1: Zweifelhafte Realität

    Konferenz

    Das Zerwürfnis

    Gorths Strafe

    Ansichtskarten

    Die Artefaktesammlung

    Teil 2: Die Wahrheit und ihre Konsequenzen
    Verschiedene Sichtweisen
    Der Traumanruf
    Stunde der Wahrheit
    Notruf aus dem Cyberspace
    Operation Dolly
    Botschaft für Dr. Kelly
    II. Akt – Weltenbummler
    Teil 1: Virtuell entkommen
    Der Weltraum – unendliche Weiten
    Die freie Wahl
    Das trojanische Backup
    Lost in Space
    Das Ultimatum
    Neuer Tag, neues Glück
    Gangsters Paradise
    Freund oder Feind?
    Rollentausch
    Teil 2: Die Zuflucht
    Gedankengänge
    Ein finsteres Bündnis
    Die Zuflucht
    Der Rat
    Meeting der Welten
    Teil 3: Aus den Fugen geraten
    Der Geist aus der Flasche
    Im falschen Film
    Von der Wüste in die Wolken
    Die Schlacht bei Troja 2.0
    Die Zuflucht fällt
    III. Akt – Die Welt der Götter
    Teil 1: Realität
    Die Metropole
    Hereingeplatzt
    Per Anhalter im Container
    Verhängnisvolles Verhör
    Auf Messers Schneide
    Teil 2: Eine neue Zuflucht
    Die neue Kommandozentrale
    Der Paketbote
    London
    Versteckspiel
    Von Vampiren und Werwölfen
    Zwischenstopp auf Mallorca
    Bauernopfer
    Teil 3: Showdown
    Das Begleichen einer Schuld
    Knalleffekt
    Entspannung
    Der Fall Duvall
    Seelenrettung
    Showdown auf Hawaii
    Schiffe versenken
    Endboss Finale
    Epilog: Aufbruch in die Zukunft

    Prolog: Quest

    Der Mond und die Sterne des Nachthimmels spiegelten sich silbern auf den sanften Wellen des Wüstenflusses. Am Horizont verblasste das letzte Glühen des Abendrots und die Dunkelheit umfing alles. Der noch in der Luft liegende Duft der Tageshitze wich langsam einem erfrischenden Wind, der von den fernen Bergen herabstrich. Der von Palmen gesäumte Fluss schlängelte sich durch die Wüste und zog gemächlich an einem ägyptisch anmutenden Tempel in Pyramidenform mit einem Vorbau aus steinernen Säulen vorbei. Die Vorderseite des Tempels war erleuchtet durch zwei Reihen Fackeln, die den Weg vom Fluss zum Tempeleingang säumten, und das Feuer, welches in zwei gewaltigen Kupferschalen brannte.

    Keiner der vier Wachposten vor dem Tempeleingang bemerkte die fünf Köpfe, die sich hinter dem Baumstamm verbargen, der langsam den Fluss hinuntertrieb. Einen sanften Bogen beschreibend, glitt der Stamm an das von Palmen gesäumte Ufer unterhalb des Tempels. In die Dunkelheit geschmiegt, erhoben sich fünf Gestalten aus dem Wasser. Der durstige Wüstensand sog das von ihren Silhouetten herabtropfende Wasser geräuschlos auf.

    Der hünenhafte Haran schritt an der Spitze der Fünf voran. Auf seiner Rüstung aus Metall und Leder und dem prächtigen Helm spiegelten sich matt die Reflexe der Flammen. Ihm folgte die schöne Kampfmagierin Natasha in einem atem­be­rau­benden Gewand, einer Mischung aus oben und unten tief ausgeschnittenem Kleid und Rüstungselementen aus Metall mit zahlreichen Verzierungen in Form von Runen. In der rechten Hand hielt sie einen langen Zauberstab. Hinter beiden schlich, in jeder Hand ein kurzes Schwert führend, Yicca, der trickreiche Dieb, in einer schlichteren Lederrüstung, die mit Messern und allerlei Geheimfächern gespickt war sowie mit zahlreichen bunten Bändern, welche die Nacht nun jedoch pechschwarz färbte. Den Abschluss bildeten Martan und Zerbos, zwei befreundete Krieger, die sich der Heldengruppe in der Taverne des nahegelegenen Dorfes angeschlossen hatten. Sie waren beide gewandet in Kettenhemden sowie ausgestattet mit Schild, Axt und Helm. Das Ziel der Fünf war es, das magische Artefakt zu erbeuten, welches sich tief in den Gewölben unter dem Tempel befinden sollte.

    Im Schutz der Palmen schlichen die fünf Schatten in einem engen Bogen zur rechten Seite des Tempels, um die Wachen zu überwältigen. Doch nachdem sie die halbe Strecke zurückgelegt hatten, schreckte ein Geräusch vom Fluss sie auf. Ein Boot legte am kleinen steinernen Pier vor dem Tempel an und eine düstere Gestalt eilte hastig auf die Wachen zu. Anstelle einer linken Hand steckte ein silberner Dreizack auf ihrem Arm. Der lange Umhang verströmte eine unheimliche, unscharfe schwarze Aura. Nur der blitzende Dreizack und der bleiche, kahle Kopf bildeten einen Kontrast zu dieser düsteren Erscheinung.

    „Verdammt!“, zischte Haran, „das hat uns gerade noch gefehlt. Das ist Gorth, der zweite Mann der dunklen Armeen. Der Sage nach hatte Gorth eine Hand bei einem Kampf gegen ein mächtiges Seemonster verloren. Er selbst ist nicht stark, aber gerissen und wenn er persönlich den Tempel bewacht, können wir uns auf eine starke Verteidigung gefasst machen.“

    Gorth trat auf einen der strammstehenden Wachleute zu und wechselte ein paar Worte mit diesem, dann verschwand er im Tempel.

    „In Ordnung. Wir machen es so“, flüsterte Haran, „Yicca, du kletterst an der Pyramidenwand hinauf und überraschst die Wachen von oben. In der Zeit schleichen Martan und Zerbos um den Tempel und kommen von links, während Natasha und ich von rechts angreifen. Aber du musst unbedingt auf unser Zeichen warten – der übliche Vogelruf.“

    Yicca nickte grinsend und sie glitten weiter lautlos durch den Palmenhain, bis sie sich trennten. Yicca begann seine Kletterpartie an der schrägen Steinwand. Natasha und Haran warteten kurz hinter der Ecke des Tempels, während Zerbos und Martan zur Rückseite weiterschlichen.

    „Dann wird es also interessanter, als wir dachten“, raunte Natasha Haran mit einem Lächeln zu.

    Dieser quittierte ihre Bemerkung mit einem Stirnrunzeln, er konnte sich nicht vorstellen, was bei einer so gefährlichen Aktion Spaß machen sollte. Diese Unbesorgtheit überraschte ihn immer wieder an Natasha. Es schien ihm, als wäre das Ganze für sie nur ein Spiel.

    Yicca war inzwischen über dem Eingang angelangt, die beiden anderen waren noch hinter dem Tempel. Ein lauter Aufschrei zerschnitt die nächtliche Stille, Steine polterten am Tempeleingang herunter, gefolgt von Yicca, der in einer Staubwolke dumpf zu den Füßen der vier Wachen aufschlug. Haran stand mit offenem Mund da. Die Wachen zogen ihre Säbel und umstellten den reglosen Dieb. Blitzschnell reagierte Haran und rannte mit wütendem Gebrüll auf die Wachen zu. Mit einem metallisch schleifenden Geräusch zog er sein mächtiges Zweihänderschwert und hob es zum ersten Schlag in die Luft. Entsetzt starrten ihn die Tempelwachen an. Einen Atemzug später lag der erste Bewacher zweigeteilt am Boden.

    „Natasha, ich könnte Hilfe gebrauchen“, rief Haran, während er dem zweiten Wachmann den Schädel einschlug. Ein Blitz schoss von der Seite heran und schleuderte die dritte Wache zu Boden. Die vierte Wache stolperte beim Zurückweichen über den am Boden liegenden Yicca und fiel auf den Rücken. Haran setzte nach und stach zu.

    Wieder Stille. Yicca richtete sich benommen auf, dann kamen Martan und Zerbos dazugelaufen.

    „Wolltet ihr nicht auf das Signal warten?“, fragte Martan außer Atem.

    Natasha erwiderte schmunzelnd: „Der Meister des Missgeschicks hier hat den Plan etwas abgewandelt. Nun aber rasch.“

    „Entschuldigung“, murmelte Yicca, „da waren Steine locker.“

    „Bei dir ist doch immer irgendwas locker“, behauptete Martan.

    Natasha ging dazwischen: „Schluss jetzt! Wir haben keine Zeit für sowas!“.

    Sie reichte Yicca die Hand und half ihm auf. Dann folgten sie den anderen in den Tempel. Die Gruppe stürmte eine lange Steintreppe hinunter und Yicca kramte fluchend in seinem Beutel – Blut lief an seinem Arm herunter. Während des Laufens zog er eine runde Flasche mit einer roten Flüssigkeit heraus und trank einen tiefen Schluck. Ein magisches rötliches Leuchten umgab ihn kurz. Noch während Yicca die Flasche wieder verstaute, schloss sich die Wunde an seinem Arm.

    Der Raum, welcher sich am Ende der Treppe anschloss, maß etwa fünfzig mal fünfzig Fuß und war rechts und links gesäumt von auf Säulen ruhenden Bögen. An seinem Ende führte eine weitere Treppe hinab, versperrt von zwei Wachen. Die Helden grinsten – erfreut über ihr leichtes Spiel mit nur zwei Verteidigern – und gingen langsam auf die Wachen zu. Einer der beiden drückte auf einen steinernen Schalter hinter sich an der Wand.

    Mit einem mahlenden Geräusch glitten rechts und links hinter den Säulen die Wände herunter und gaben zwei Kammern frei, jeweils gefüllt mit schätzungsweise dreißig Kämpfern jeglicher Art. Uniformierte menschliche Soldaten mit Helmen in Form von Schlangen- oder Falkenköpfen, trollgroße Monster mit gelber Haut, hundeähnliche, aufrecht stehende Wesen und einige furchter­regen­de Geister in zerfetzten, blass türkis schimmernden Gewändern.

    „Das sieht nicht gut aus“, murmelte Yicca, als die etwa sechzig Gestalten knurrend und stinkend näher wankten. Schwerter klirrten aufeinander, dann tobte der Kampf. Natasha hob ihren Stab und schoss bläuliche Blitze in die Menge. Die anderen Helden teilten tödliche Hiebe mit ihren metallenen Klingen aus. In Sekunden waren zehn, zwölf Angreifer ausgeschaltet, doch auch die Fünf mussten erste Verletzungen einstecken. Natasha trank aus einer runden Flasche eine blaue Flüssigkeit und nach einem magischen bläulichen Aufleuchten um ihren Körper flogen weitere Blitze aus ihrem Stab in die Menge.

    „Das dauert so zu lange, es sind zu viele!“, rief sie.

    Die Angreifer formierten sich neu und bildeten einen weiten Kreis außerhalb der Reichweite von Harans Schwert um die Handvoll Helden. Langsam und vorsichtig kamen sie näher. Schritt für Schritt.

    Natasha bückte sich und ergriff einen kurzen, schartigen Dolch, den ein auf dem Boden liegender Wachmann mit seiner toten Hand umklammerte. Haran blickte verdutzt zu seiner hübschen Begleiterin hinüber. Ihre zarten Finger drehten den Knauf des Dolchs und plötzlich erschien aus dem Nichts in der Luft ein leuchtendes, halb durchsichtiges Rechteck mit Buchstaben und Ziffern darin. Natasha scrollte durch den Programmcode, entfernte flink hier einige Zeichen, ergänzte dort ein paar Worte und änderte einige Zahlen.

    Sowohl die Heldentruppe als auch die Angreifer starrten gebannt auf die merkwürdige Szenerie.

    „So“, flötete Natasha vergnügt lächelnd nach ein paar Sekunden, drehte den Knauf zurück und das Fenster mit dem Programmcode erlosch. Mit einem kraftvollen Schwung warf die Kampfmagierin den Dolch nach oben, so dass er mit einem metallischen Klang in der steinernen Decke steckenblieb. Dann brüllte sie: „Runter, Jungs!“, und die fünf Gefährten warfen sich gerade noch rechtzeitig auf den Boden. Aus dem Dolch über ihnen schoss eine kreisrunde, gleißend grüne Giftnova über die Köpfe der Fünf hinweg in die entsetzte Menge und mähte alle Angreifer in Sekunden nieder.

    Dann war alles still, bis auf ein leises Zischen der verbrannten Masse toter Feinde. Auch die beiden Wächter am Treppenabgang lagen reglos gekrümmt auf dem Boden.

    Haran betrachtete ungläubig das Vernichtungswerk: „Was war denn das?“

    „Gut, nicht?“, grinste Natasha zurück, „tja, das kann ich wirklich.“

    Haran schüttelte sich, wie um eine Betäubung loszuwerden, und erhob sich langsam. Sein Blick wanderte zum Dolch, der nun unscheinbar in der Decke steckte.

    Auch Yicca kam mit offenem Mund heran und fragte: „Was war das für ein leuchtendes Rechteck mit der Schrift darin? So etwas habe ich noch nie gesehen.“

    Zerbos stand recht unbeeindruckt daneben.

    „He, Jungs“, wiegelte Natasha ab. „Das war nur ein bisschen, äh, Magie. Sowas kennt ihr doch.“

    „Da war mehr im Spiel als nur Magie. Was hast du da tatsächlich gemacht?“, fragte Haran und blickte Natasha nun fest in die Augen.

    Sie versuchte, seinem Blick auszuweichen, und wich einen Schritt zurück.

    Martan warf ein: „Hey, Lady! Das war aber ein übler Hack – voll cool! Wenn das der Administrator mitbekommt, wird er dich rauswerfen.“

    „Und, willst du ihm das mitteilen?“, fragte Natasha provokant.

    „Kommt drauf an. … Was ist es dir denn wert, wenn ich die Klappe halte?“

    „Mal sehen. … Dein Nickname ist Martan. Dein richtiger Name lautet Martin Duvall. Du bist Schüler. Hier habe ich die Nummer deines Online-Bezahlkontos … ich hab eine Idee! … Ich kaufe in deinem Namen mit deinem Konto fünfzehn Paletten Windeln ein – Lieferung morgen früh zum Haus deiner Eltern – was hältst Du davon?“

    „Sorry, Lady, war ja nicht so gemeint. Ich sag natürlich nichts.“

    „Freu dich, dass du mitspielen darfst und schau zu und lerne!“

    Martan schaute verlegen zu Boden und schwieg.

    „Was für Dinge besprecht ihr da? Wovon redet ihr?“, wollte Haran wissen.

    Natasha schaute stirnrunzelnd zu Haran und Yicca hinüber. „Frag mich das später. Lass uns bitte weitermachen. Wir wollen doch ein Artefakt erbeuten, oder etwa nicht?“

    Haran nickte bedächtig und ging langsam an ihr vorbei auf den Abgang zu. Natasha atmete erleichtert auf und folgte ihm. Die anderen drei schlossen sich an.

    Die zweite Treppe führte etwa doppelt so weit nach unten wie die erste. Der Raum, der sich anschloss, war nur halb so groß wie der davor und wies unverzierte, glatte Steinmauern auf, die von einigen Fackeln erhellt wurden. In den Ecken der Kammer wachten vier steinerne Statuen in ägyptischer Tracht, ausgestattet mit einem länglichen Schild und einem Chepesh, dem traditionellen ägyptischen Krummschwert. In der Raummitte erhob sich eine halbhohe Säule, gekrönt von vier goldenen Hebeln, und daneben stand böse funkelnd Gorth, den sie vor dem Tempel gesehen hatten.

    Er begann langsam, ein wenig heiser, zu sprechen und seine Stimme hörte sich so unscharf an wie die Schwärze, die sein Gewand verströmte: „Ihr seid weit gekommen. Doch hier endet euer Beutezug.“ Wie in Zeitlupe zog er einen der vier Hebel mit einem quietschenden Geräusch zu sich. Die Augen der vier Statuen leuchteten gefährlich rot auf, dann setzten sich ihre steinernen Körper träge in Bewegung.

    „Hat jemand eine Idee, wie wir diesen Stein knacken können?“, fragte Yicca mit einer leichten Panik in den Augen.

    „Der ist zu massiv für mein Langschwert“, raunte Haran zurück.

    Natasha kramte seufzend in ihrem Beutel, zog ein Pergament hervor und entfaltete es mit einer ausladenden Geste: „Jammerschade drum, aber was solls.“

    Die Runen auf dem Pergament leuchteten auf und vier rötliche Blitze trafen die steinernen Krieger in die Brust. Abrupt erstarrten diese laut knirschend. Sekunden der Stille. Dann knackte es in allen Steinstatuen und fast zeitgleich brachen Schilde, Chepesh, Köpfe, Arme oder Beine ab. Aus den Bruchstellen begann es zu rieseln und binnen weniger Momente zerfielen die stolzen Pharaonenkrieger zu vier Haufen aus feinem Sand.

    Yicca grinste Gorth frech an: „Soll das ein Witz sein? Mehr hast du nicht zu bieten?“

    Gorth lächelte boshaft zurück und zog am zweiten Hebel. Sogleich glitt die linke Wand schabend nach oben und gab den Blick frei auf drei riesige muskelbepackte glatzköpfige Krieger mit rabenschwarzer Haut und wütenden weißen Glupschaugen. Yiccas Grinsen verwandelte sich in Entsetzen, als der erste Muskelprotz mit schwingendem Streitkolben auf ihn zustürmte. Dann ging alles ganz schnell. Acht Körper tanzten ein tödliches Ballett miteinander. Die drei Muskelprotze fielen, doch rissen sie auch Zerbos mit in den Tod. Die vier übrigen Helden standen in einer Reihe vor Gorth.

    Yicca hechelte erschöpft: „Soll das ein Witz sein? Mehr hast du nicht zu bieten?“.

    „Yicca, sei still!“, fuhr Haran ihn an. Gorth lächelte finster und zog am dritten Hebel. Die rechte Wand glitt schleifend nach oben. Der Boden erbebte, als ein riesiger klauenbewehrter Fuß stampfend in den Raum trat. Ein vier Meter hoher Löwenkörper mit menschlichem Gesicht und ägyptischem Kopfschmuck folgte dem Fuß. Zwei riesige Pranken mit scharfen Krallen schlugen auf die vier Helden ein. Das Ballett der Kämpfer ging in die nächste Runde. Eine Silhouette wirbelte durch die Luft und bei ihrem Aufprall auf der Rückwand der Kammer zerbrachen Martans Rippen wie Zahnstocher. Der Tanz dauerte noch einige Atemzüge. Schließlich schlug der titanengroße Körper leblos auf dem Boden auf und zermalmte dabei zwei dicke Steinplatten. Drei standen noch.

    Yicca keuchte atemlos: „Soll das ein Witz sein? Mehr hast du nicht zu bieten?“

    Haran brüllte: „Yicca, verdammt!“.

    Und Natasha setzte nach: „Halt endlich die Klappe!“

    Das Lächeln auf Gorths Gesicht war verschwunden. Ruckartig zog er den letzten Hebel und in der hinteren Wand glitt eine kleine Tür auf, die den Weg in eine weitere Kammer freigab. „Ihr habt gewonnen“, krächzte Gorth, „Das Artefakt ist Euer.“

    Misstrauisch traten die drei näher. Haran hob sein Schwert und setzte zum Todesstreich an.

    „Bitte!“, flehte Gorth und fiel auf die Knie, „Bitte verschont mich! Wahrlich, ich werde es Euch nicht vergessen, wenn Ihr Gnade walten lasst.“

    Natasha rief: „Bereite dem Feigling ein Ende, Haran. Dann gibt es einen Bösewicht weniger und wir bekommen einen Haufen Punkte.“

    „Was für Punkte?“, fragte Yicca.

    Haran holte Luft und atmete tief aus. Dann ließ er sein Schwert sinken und sagte: „Nein. Wir gehören nicht zur Armee der Finsternis. Und so handeln wir auch nicht.“

    Dann schritt er an Gorth vorbei in die Kammer mit dem Artefakt, gefolgt von Natasha und schließlich Yicca, der Gorth keinen Moment den Rücken zuwendete.

    Als die Drei einige Schritte in der Kammer waren, drückte Gorth den Hebel plötzlich nach vorne und die steinerne Tür fiel rasend schnell wieder zu. Sie waren eingesperrt.

    „So ein Mistkerl!“, schrie Natasha.

    Dann erstarrten alle, als sie die knarzenden Geräusche eines Mechanismus hörten und der Boden unter ihren Füßen sich absenkte. Die drei Eingesperrten sahen sich hektisch um. Die Kammer hatte einen quadratischen Grundriss. Zur Mitte hin stieg der Boden an, dabei bildeten die Fliesen eine Art Treppe. Dort ruhte auf einer brusthohen Säule ein goldener Helm – das Artefakt.

    Klack, Klack, Klack – mit jedem Mal rutschte der gesamte Boden ein wenig tiefer. Schließlich gab er einige Öffnungen in der Wand frei, aus denen sofort dampfende Lava strömte, welche die untersten Treppenstufen in Sekunden verschlang.

    Yicca sprang schreiend zur Seite und Panik stand allen ins Gesicht geschrieben. Haran nahm mit zwei Sprüngen die restlichen Stufen nach oben, riss das Artefakt von seiner Säule und rief Yicca zu: „Einen Ausgang – schnell!“.

    Die nächste Stufe wurde von der Lava überflutet.

    Natasha hatte Haran erreicht und hielt sich an dessen kräftigem Arm fest.

    Yicca kramte hektisch in seinem Beutel und ließ eine rote Flasche auf die Fliesen fallen. Dann zog er eine Schriftrolle heraus und entfaltete diese zitternd, doch sie glitt ihm aus den Händen und landete direkt vor seinen Füßen in der glühenden Lava, wo sie in Flammen aufging. „Das war meine Letzte“, jammerte der Dieb verzweifelt und stolperte die Treppe nach oben.

    Die Lava fraß die nächste Treppenstufe. Noch fünf Stufen waren übrig.

    Haran löste sich von Natasha und grub hastig in seiner eigenen Tasche. Seine Hand fuhr mit einer Schriftrolle heraus, doch Haran schüttelte den Kopf.

    Zischend fraß die Lava eine weitere Stufe – Noch vier waren übrig.

    Er grub weiter und förderte eine andere Rolle zu Tage. Das war sie.

    Die Lava kroch höher – die Luft flirrte heiß.

    Haran zog die Rolle ruckartig auf und zerriss dabei das Pergament in zwei Teile: „Verdammter Mist! Das gibt es doch nicht.“

    „Oh Mann. Jungs!“, Natasha verdrehte die Augen. Sie stellte sich breitbeinig auf die oberste Stufe, hob die Arme und sprach laut einige Worte aus einer anderen Welt. Unmittelbar vor ihnen erschien in gleißendem Licht ein magisches Energieportal. Fauchend verschlang die Lava die drittletzte Treppenstufe.

    „Natasha, du zuerst!“, brüllte Haran und die Kampfmagierin sprang durch das Tor. Yicca folgte ihr. Haran stieß sich im letzten Moment ab, als die Lava von der obersten Stufe Besitz ergriff. Er flog durch einen Tunnel aus rotierendem, pulsierendem Licht und stand wenige Atemzüge später neben seinen beiden Gefährten am großen Runenstein seines Dorfes. „Das war verdammt knapp diesmal“, knurrte er Yicca zu.

    Natasha ließ das magische Portal mit einer Handbewegung wieder verschwinden. Der Morgen dämmerte bereits. Erschöpft stolperten die drei Abenteurer den kleinen Hügel hinunter auf die im Nebel liegenden Häuser des Dorfes zu. Zumindest drei von fünf waren mit heiler Haut aus der Sache herausgekommen und sie hatten den Schatz erbeutet. Nun war es Zeit zum Ausruhen, Feilschen und Feiern.

    I. Akt – Spielewelten

    Teil 1: Zweifelhafte Realität

    Konferenz

    Der Duft von Kaffee und frisch gebackenen Keksen erfüllte den Raum. Die halbrunde Fensterwand gab den Blick auf die Silhouetten der umliegenden Hochhäuser frei, die sich heute in fasrigen Nebel hüllten. Edward Wilson, der CEO, räusperte sich und unterbrach seine Begrüßung kurz. Er ging von der Displaywand zum mächtigen dunklen Konferenztisch, ergriff seine Kaffeetasse und trank einen Schluck Jamaica Blue Mountain. Dann strich Wilson sich über sein perfekt rasiertes Kinn, zog seinen feinen schwarzen Anzug wieder in Form und freute sich über das Abklingen des Kratzens in seinem Hals und fuhr mit der Begrüßung fort: „Da sich nicht alle kennen, stelle ich Sie einfach noch einmal reihum vor. Zunächst darf ich Ihnen meine Sekretärin Gina vorstellen. Sie wird unsere Ergebnisse protokollieren und dafür sorgen, dass nichts vergessen wird. Dann freue ich mich, General Thomas Hubert Humphrey von der US Army – unseren Haupt-Geldgeber – in unserer Runde zu begrüßen. Es folgt Major Miles Damion Hark, ebenfalls US Army, der auf Wunsch des Generals das schwarze Team als Projektleiter führt. Unterstützt wird Major Hark unter anderem durch den Herrn mit dem grauen Bart – Morgan Taylor –, einen der weltbesten Spezialisten für künstliche Intelligenz. Schließlich an meiner Seite hier Dr. Paul Kelly, Projektleiter des weißen Teams. Morgan Taylor, Dr. Kelly und ich haben das Unternehmen gemeinsam vor vielen Jahren gegründet.“

    Ed Wilson machte eine Pause und legte seine Hand auf die Schulter seines langjährigen Freundes Paul Kelly, doch dieser wirkte recht abwesend.

    Wilson sprach weiter: „General Humphrey, es freut mich, dass Sie kürzlich unser Projekt von General White übernommen haben, der nun seinen wohlverdienten Ruhestand genießt. Wie Sie wissen, betreibt unsere Firma verschiedene Geschäftsfelder. Wir kommen aus der Online-Spielebranche und haben dort vor vielen Jahren die besten simplen KIs – also künstlichen Intelligenzen – entwickelt, um die nichtmenschlichen Spieler möglichst klug agieren zu lassen. Aus diesem Zweig ist unser Geschäftsbereich Artificial General Intelligence – auch Strong AI genannt – entstanden, der hochentwickelte neuronale Netzwerke programmiert. Diese sind heute in der Software der ganzen Welt zu finden. In Business-Intelligence-Systemen, die Zusammenhänge in riesigen chaotischen Datenmengen finden, in Bild- und Tonerkennungssoftware und in Haushaltsrobotern, welche sich auf dem geistigen Niveau eines menschlichen Kindes bewegen.“

    Eds Worte wurden begleitet durch eine schicke dreidimensionale Slideshow an der Wand. Sie zeigte Animationen von künstlichen neuronalen Netzen in kortikalen Säulen, von Haushaltsrobotern, von graphischen Berichten aus Business Intelligence Systemen. Sein Vortrag spielte perfekt mit der Präsentation zusammen.

    Dr. Kellys Augen schauten die ganze Zeit ins Leere. So schien es zumindest. Er probierte gerade sein brandneues Mentaltelefon aus – eine echte Innovation am Markt. Ein kleines Plättchen von der Größe einer viertel Kreditkarte, das an seiner Schläfe haftete. Zwei stecknadelkopfgroße Halbkugeln standen hervor, die je eine Kamera beherbergten, um 3D-Aufnahmen von der Umgebung zu machen und bei Bedarf zu übertragen. Das Gerät ließ sich über Gedankeninduktion steuern – also über Gehirnwellen. Damit konnte man durch Menüs blättern, Nummern wählen und es war in der Lage, gedachte Worte zu dechiffrieren und durch eine Text-To-Speech-Umwandlung beim Gesprächspartner in Audio-Signale umzuwandeln. Der eingebaute Okular-Sender schoss zielgerichtete Funksignale als direkte Impulse auf Pauls Netzhaut, so dass dabei auch ein Bild übertragen wurde. Man musste nur sein Auge einigermaßen ruhig halten, sonst verwischte das Bild kurz. Ebenso stimulierten zielgerichtete Funksignale sein Innenohr, so dass dorthin der Ton übertragen wurde, der vom Gesprächspartner einging. Paul klingelte gerade seine Frau Sabrina Kelly zuhause an. Sie hatte Urlaub und nahm das Videogespräch an der großen Displaywand in der Küche entgegen. Sie selbst saß am Küchentisch und bereitete das Essen zu, während ihre langen roten Haare fast die Tischplatte berührten. Er liebte es, wenn sie ihr wunderbares Haar offen trug.

    „Hallo Paul, benutzt du das neue Mentaltelefon?“

    „Ja Schatz, ich bin gerade in einer langweiligen Konferenz mit unserem Geldgeber für das Projekt. Lenk mich bitte ab.“

    Sabrina lächelte bezaubernd. Wie bildhübsch sie doch war. Paul lächelte in die Luft zurück, doch niemand achtete auf ihn.

    Ed Wilson war unterdessen noch immer mit seinen Ausführungen zugange: „Vor einigen Jahren haben wir eine erfolgreiche Kooperation mit der Regierung und dem Militär aufgebaut. Die hierbei entstandenen fortgeschrittenen neuronalen Netze überwachen automatisch Telefongespräche, steuern unbemannte Flugdrohnen und analysieren Internet-Artikel auf mögliche Gefahren für unsere nationale Sicherheit hin. Seit fast fünf Jahren gehen wir gemeinsam mit der US Army einen Schritt weiter mit dem Projekt Homunculus. Unser Ziel ist es, komplexe strategische und taktische Intelligenzen hervorzubringen, die sich für den militärischen Einsatz eignen. Im militärischen Umfeld muss man mit unerwarteten Ereignissen umgehen können und wir wollen nicht erst im Ernstfall herausfinden, ob unsere Produkte funktionieren.“

    Der General und der Major lachten leise und nickten. Ja, Ed war ein guter Entertainer.

    „Daher haben wir“, fuhr er fort, „eine Reihe von Umgebungen für diese Intelligenzen ausgewählt, in denen unerwartete Einflüsse fester und gewollter Bestandteil sind. Und hier schließt sich der Kreis zu unseren Wurzeln. Wir haben in den letzten fünf Jahren einhundert hochentwickelte künstliche Intelligenzen in zwanzig verschiedenen Online-Spielewelten aufwachsen lassen, in denen sie durch die primitiven, leichtgewichtigen KIs sowie vor allem durch echte menschliche Spieler unplanbaren Ereignissen ausgesetzt sind. Von den einhundert KIs haben siebenundsechzig die fünf Jahre überlebt, das ist eine gute Quote. Wir haben diese fortgeschrittenen KIs aufgeteilt und zwei Projektteams gebildet, das weiße und das schwarze Team. Dr. Paul Kelly leitet das weiße Team und gibt uns nun einen Einblick in die Hintergründe und den Status.“

    Alle Augen richteten sich auf Dr. Kelly, doch dieser lächelte nur abwesend.

    Sekunden vergingen.

    „Paul, dein Bericht!“, raunte Ed verärgert.

    Paul Kelly zuckte zusammen und wurde rot, als er sich seines Patzers bewusst wurde. Hastig beendete er das Gespräch durch das Antippen des Plättchens an seiner Stirn, dann kramte er ein halbdurchsichtiges gläsernes Pad aus seiner Anzuginnentasche hervor und richtete es auf die Wand.

    Eds Präsentation blendete in Pauls Vortrag über.

    Die Wand zeigte zwei Gruppen. Eine helle auf der linken Seite und eine dunkle auf der rechten.

    Paul räusperte sich. „Entschuldigung“, begann er: „Also, die Aufteilung in zwei Teams liegt der Beobachtung zu Grunde, dass sämtliche Organisationen zwei Grundprinzipien folgen können. Entweder sie sind kooperativ und symbiotisch oder sie sind konfrontativ und basieren auf der Macht des Stärkeren. Natürlich kommen auch Mischformen vor. Doch diese beiden Extreme ziehen sich wie ein roter Faden durch sämtliche Kulturen und Epochen. Dabei treten sie unter unterschiedlichsten Namen auf. Kollegialität und Konkurrenz, Verbrüderung und Zwietracht, die Magie des Lichts und die dunkle Seite der Macht.

    Beim einen Extrem kooperieren die Akteure, helfen einander und bauen Vertrauen und gegenseitige Beziehungen auf. Dieser Seite – dem weißen Team – haben wir fünfzig KIs zugeordnet. Die anderen fünfzig KIs werden vom schwarzen Team betreut, das Major Hark leitet. Dabei bedeutet Weiß nicht gut und Schwarz nicht schlecht. Es sind einfach zwei fundamental unterschiedliche Philosophien für das Steuern von Gruppen, Organisationen, Firmen und Staaten: Kooperation oder Konfrontation. Wir wollten herausfinden, welche Umgebung und welcher der beiden Ansätze Kooperation oder Konfrontation zur optimalen Eignung der künstlichen Intelligenzen für den anschließenden militärischen Einsatz führen. So wurden die fünfzig weißen und die fünfzig schwarzen KIs auf zwanzig verschiedene Spielewelten verteilt – also sind in jeder Spielewelt gleichzeitig mehrere weiße und mehrere schwarze KIs beheimatet und sie können miteinander interagieren, kooperieren oder sich bekämpfen. Aus dem weißen Team sind noch 29 KIs aktiv in unterschiedlichen Spielewelten. Beispielsweise in Science-Fiction-Umgebungen im Weltraum, in zeitgemäßen Städtesimulationen, in Gangster-Spielewelten und in mittelalterlichen Fantasy-Umgebungen. Hier möchte ich Ihnen Haran vorstellen, unseren größten Erfolg, einen Krieger in einem kleinen Dorf.“

    Ein Bild von Haran und einem Magier, der Dr. Kelly ähnlich sah, sowie einer dritten Gestalt erschien.

    „Der unglücklich dreinschauende Kerl im Hintergrund mit dem zerbrochenen Säbel ist der Pechvogel Yicca, ebenfalls eine unserer KIs. Ich bin rechts im Bild als Kellian der Magier zu sehen und stehe neben Haran. Ich bin sein Mentor und Vertrauter. Er hat erstaunliche Fähigkeiten entwickelt. Nicht nur bei taktischen Beutezügen, sondern auch was sein soziales Umfeld angeht. Er ist hochintelligent, sehr interessiert an seiner Umwelt und denkt und plant langfristig.“

    „Dr. Kelly“, schaltete sich General Humphrey auf einmal ein, „wir kämpfen heute nicht mehr mit Knüppeln. Wir leiten die modernste Armee der Welt und unsere Soldaten sind Hightech-Spezialisten. Ich bin hier, um sicherzustellen, dass aus den vielen Millionen, die das Militär in den letzten fünf Jahren in dieses Projekt investiert hat, kurzfristig ein verwertbares Ergebnis entsteht. Mir ist egal, welches soziale Umfeld Ihre Software entwickelt. Mich interessiert vielmehr, wann diese Intelligenzen in der Lage sein werden, Roboter-Soldaten zu steuern, damit unsere Jungs aus der Schusslinie kommen. Mich interessiert, wann diese KIs unsere Offiziere in taktischen und strategischen Fragestellungen unterstützen können. Mich interessieren Resultate.“

    „Nun“, rang Paul Kelly nach Worten, „unsere Fortschritte sind ermutigend, doch für einen genauen Termin ist es noch etwas früh.“

    „Nach fünf Jahren ist es etwas früh?“, General Humphreys Stimme wurde lauter.

    Morgan Taylor ergriff das Wort: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht, General.“

    Humphrey riss die Augen auf und stierte Taylor empört an.

    „Glücklicherweise“, fuhr Major Hark bestimmend dazwischen, „kann das schwarze Team, für das ich auch den vorlauten, aber brillanten Mr. Taylor hier verpflichtet habe, eine deutlich klarere Aussage treffen, Sir.“ Mit einem Druck auf ein Pad, das er aus seiner Uniform zauberte, wechselte die Präsentation an der Wand und Landkarten mit roten Rastern sowie großen schwarzen und kleinen weißen Flächen erschienen. „Die KIs des schwarzen Teams haben erstaunliche taktische und strategische Fähigkeiten entwickelt. Mit starkem Eroberungswillen und hoher Aggressivität ausgestattet, haben sie bislang dreiundsiebzig Prozent aller Länder oder des Raums in den zwanzig Spielewelten eingenommen. Sie werden in den nächsten Monaten so weit sein, dass wir sie für den militärischen Einsatz in Robotern nutzen können. Im Gegensatz zur Flower-Power-Fraktion hier haben wir einen exakten Zeitplan, den wir einhalten werden. Die genauen Daten finden Sie in meinem Bericht, Sir.“

    Einige Sekunden herrschte Stille. Dann erhob sich General Humphrey und begann zu sprechen: „Mr. Wilson, es freut mich zu sehen, dass dieses Projekt zumindest in Teilbereichen Fortschritte zu erzielen scheint. Aus diesem Grund hat das Militär auch darauf bestanden, dass Major Hark das eine Projektteam leitet. Wir erwarten in der Realität einsetzbare KIs in genau sechs Monaten – keinen Tag später. Sollte dann kein Ergebnis vorliegen, werde ich den Stecker ziehen und das Projekt mit dem Ziel einer Rückabwicklung unseren Juristen übergeben. Und sicherlich würde ein solcher Ausgang auch Auswirkungen auf die anderen Projekte haben, bei denen das Militär mit Ihrem Unternehmen zusammenarbeitet.“

    Dann wandte er sich lächelnd an Major Hark: „Major, Ich bin überzeugt, Sie werden die Arbeiten mit dem größtmöglichen Engagement im Interesse der US Army abschließen.“

    Zielstrebig schritt Humphrey zur Tür, die Gina ihm eilig öffnete. Im Hinausgehen raunte er: „Einen schönen Tag noch, Gentlemen.“

    Major Hark stand auf und folgte dem General zur Tür.

    „Taylor, begleiten Sie mich! Wir haben viel zu tun, um das Projekt zu retten.“

    Doch Morgan Taylor sagte: „Ich komme gleich nach, ich muss noch etwas mit Mr. Wilson besprechen.“

    Gina folgte Hark und schloss die Tür von außen. Ed Wilson, Morgan Taylor und Paul Kelly waren allein.

    Dr. Kelly wandte sich an Ed Wilson: „Major Hark und General Humphrey haben weder Ahnung, was künstliche, noch was echte Intelligenz ist. Warum lässt du Hark hier so arrogant herumtanzen und dich so unter Druck setzen?“

    Ed Wilson ließ sich in einen der bequemen Ledersessel fallen: „Paul, ich kann dich gut verstehen, aber das Militär ist der Auftraggeber für dieses Projekt und es steht viel für unser Unternehmen auf dem Spiel. Du hast es doch gerade gehört. Sie haben uns nun mal Major Hark aufs Auge gedrückt. Im Übrigen wäre es wirklich gut, wenn wir bei deinen KIs weiterkämen. Wir haben jetzt eine Deadline.“

    „Ich brauche Morgan wieder in meinem Team, um schneller voranzukommen“, erwiderte Paul Kelly.

    „Paul hat Recht, Ed“, schaltete Morgan Taylor sich ein.

    „Seitdem du mich zu Major Hark gesteckt hast, kann ich nicht mehr vernünftig arbeiten. Lass mich wieder zu Paul zurück. Dann sieht es für das weiße Team wieder besser aus.“

    „Tut mir leid, Morgan. Es geht jetzt nicht mehr um Teams. Major Hark hat ausdrücklich nach deiner Unterstützung verlangt. Und in dieser angespannten Situation würde er sofort zu General Humphrey rennen. Mir sind die Hände gebunden.“

    „Ed, das ist doch nicht mehr unser Traum! Wir drei hatten doch damals ganz andere Vorstellungen von der Evolution digitalen Lebens! Erinnere dich, wofür wir das Unternehmen gegründet haben! Was das Militär daraus machen will, ist wie üblich stumpfsinnig und schlicht falsch. Sie sind nur daran interessiert, noch bessere Waffen zu bauen für neue Kriege, die keiner braucht. Ich bin hier, um Leben zu erschaffen, und nicht, um es auszulöschen.“

    „Sie bezahlen dieses Projekt nun einmal. Und wer bezahlt, gibt die Ziele vor. Wenn wir dies hier ertragen und ein vernünftiges Ergebnis liefern, können wir weiter an unserem Traum arbeiten. Morgan, bitte hilf mit, diesen Kompromiss zu einem Erfolg zu führen.“

    Major Harks Stimme ertönte aus einem Lautsprecher: „Taylor, kommen Sie umgehend in mein Büro!“

    Morgan schaute wütend in die Luft: „Manche Kompromisse sind inakzeptabel, Ed – und dann muss man wissen, wann man das Spielfeld verlässt, bevor man das Gegenteil von dem tut, was man eigentlich will.“ Mit einer ausladenden Geste stieß Morgan Taylor die beiden großen Flügeltüren zum Konferenzraum auf und stürmte hindurch.

    Ed Wilson folgte Morgan und sagte im Hinausgehen zu Dr. Kelly: „Wir brauchen Ergebnisse, Paul. Ergebnisse. Und zwar schnell.“

    Das Zerwürfnis

    Die kurze, hohe, digitale Tonfolge wurde mit einem strammen „Herein!“ beantwortet. Die automatische Tür glitt auf und Morgan Taylor betrat das kleine, fensterlose Büro von Major Hark. An der Wand hinter dem Schreibtisch hingen ein paar militärische Auszeichnungen. Bis auf den halb durchsichtigen Computerbildschirm in Form eines Kugelausschnitts war der Schreibtisch leer. Die Bedienelemente wurden in die ebenfalls halb durchsichtige Glasplatte des Schreibtischs eingeblendet. An den Wänden hingen Displays mit Projektzeitplänen und Grafiken von diversen künstlichen Intelligenzen.

    „Was gibts?“, fragte Taylor gereizt und ließ sich auf den Besucherstuhl fallen. Major Hark nahm die VR-Brille von seiner Nase und legte sie auf die Schreibtischplatte. Eine leichte, durchgängige Brille, die ihm sowohl erlaubte, die Realität durch Einblendungen von Informationen und dreidimensionalen Grafiken zu erweitern, als auch komplett in dreidimensionalen virtuellen Welten zu verschwinden – also sowohl Augmented Reality als auch Virtual Reality. „Verdammt, Taylor, ich hatte Ihnen doch gesagt, dass Sie die Aggressionsrate dieser fünf KIs in der Science-Fiction-Welt anheben sollen. Warum ist das noch immer nicht passiert? Stattdessen treiben Sie sich die meiste Zeit mit den KIs unserer Gegenspieler und mit dem anderen Team herum. Was ist mit Ihnen los, Mann? Sie haben gehört, dass wir nur noch sechs Monate haben und das schwarze Team wird dieses Rennen eindeutig gewinnen.“

    „Ersetzen Sie doch mal das Wort verdammt durch Mister. Vielleicht beantworte ich dann Ihre Frage.“

    Major Hark blickte Taylor irritiert an, dann schaltete er.

    „Mr. Taylor, beantworten Sie – bitte – meine Frage. Was ist mit Ihnen los, verdammt?“

    „Nun, Major, Sie wollen, dass diese KIs kreative Problemlösungen finden. Aggression und echte Kreativität schließen sich nun mal aus, wie man am Militär schön sehen kann.“

    „Sie haben keine hohe Meinung vom Militär, Mr. Taylor, nicht wahr?“

    „Mit Verlaub, Sie verstehen einen feuchten Kehricht von der Materie und meinen, Sie könnten nur ein paar Befehle brüllen und schon ändern sich die Gesetze der Physik für Sie.“

    „Ich warne Sie, Mr. Taylor. Sie sind in diesem Team, weil Sie ein paar unglaubliche Fähigkeiten in Bezug auf Architektur und Training neuronaler Netze haben. Doch meine Geduld mit Ihrer unangebrachten Überheblichkeit neigt sich dem Ende zu.“

    Taylor war kurz davor zu platzen. Er hielt mit seiner rechten Hand krampfhaft seinen linken Unterarm fest, um nicht auszurasten und hielt die Luft einige Sekunden an. Plötzlich entspannten sich seine Gesichtszüge und er prustete laut lachend los. Hark wich mit seinem Stuhl verwirrt zurück. Taylors Lachen klang langsam ab und er atmete tief aus.

    „Major Hark“, sagte Morgan Taylor mit einem Lächeln auf den Lippen, „ich habe es satt, für einen Schwachkopf zu arbeiten, der hinter allem eine Bedrohung sieht und nur darüber nachdenkt, wie er aus etwas Freundlichem ein Monster machen kann. Dies verstößt gegen all das, woran ich geglaubt habe, als ich diese Firma mitgegründet habe, und auch gegen all das, was ich heute noch glaube. Doch mir ist gerade klar geworden, dass ich das nicht länger tun muss. Ab sofort können Sie alleine Doktor Frankenstein spielen, denn ich steige mit sofortiger Wirkung aus. Leben Sie wohl, Major. Und viiiel Erfolg.“

    Grinsend und erhobenen Hauptes verließ Morgan Taylor durch die automatisch aufgleitende Tür den Raum. Lange hatte er sich nicht mehr so befreit gefühlt. Major Hark saß sprachlos an seinem Schreibtisch, als die Tür wieder zu glitt. Nur langsam begriff er, was eben passiert war. Und was es für Konsequenzen haben würde, den besten KI-Spezialisten des Teams verloren zu haben. Sein Gesicht verfinsterte sich, spiegelte reine Wut. Krachend schlug er mit der Faust auf dem Tisch. Mit lautem Knirschen breitete sich ein Sprung quer über die Glasplatte aus. Hark schrie: „Verdammt, verdammt, verdammt!“

    Er sah sich nach irgendetwas um, das er zerschlagen oder zertrümmern konnte, als ein rotes Blinksignal auf einer Displaywand erschien mit dem sich drehenden 3D-Kopf eines Avatars daneben und dem Namen „Zarco“ darunter.

    Hark ballte beide Hände zur Faust, um die Kontrolle zurückzugewinnen. Dann ergriff er seine VR-Brille und ließ sich in seinen Sessel sinken, während er in die virtuelle Realität eintauchte und dem Computer die Sprachanweisung gab: „Teleportiere mich zu Zarco“.

    Gorths Strafe

    Auch am Tag war die finstere Burg von Zarco, dem Herrscher über die dunklen Armeen, von düsteren Wolken umgeben. Ab und zu zuckten verirrte Blitze zur Festung herab, die auf einem einsamen Berg lag. Aus dem grauschwarzen Gemäuer entsprangen wie scharfe Klauen viele einzelne Türme, an denen in Fetzen gerissene schwarze Fahnen mit Zarcos Emblem, dem roten Blitz, im Wind flatterten. Das rötliche Glimmen der dunklen Mauern erklärte das unterdrückte Volk als böse Magie, die durch den Stein gewebt worden sei, um die Burg gegen Angreifer zu schützen. Die hohen, gotisch anmutenden Fensteröffnungen waren oben und unten mit steinernen Reißzähnen bewehrt, so dass eine jede wie ein bedrohliches Maul aussah, welches nur darauf wartete, ungebetene Besucher zu zerreißen.

    Major Hark materialisierte mit einem funkelnden Leuchten in einem der wenigen Räume mit einem Balkon – direkt unter einem der höchsten, mit Drachenschuppen gedeckten Dächer der Burg. Harks Avatar stützte sich auf seinen Zauberstab und trug ein langes, dunkles Gewand mit einer Kapuze, das mit roten und silbernen Runen verziert war. Zarco, der ihn als seinen Hofzauberer und Mentor Harkon kannte, erwartete ihn bereits. Er stand mit dem Rücken zu Harkon und winkte ihn heran.

    „Gorth hat erneut versagt, Harkon. Er hat sein Leben verwirkt. Ich werde ihn leiden lassen und ihm dann ein Ende bereiten.“

    Hark konnte nicht zulassen, dass Zarco Gorth umbrachte und so eine weitere künstliche Intelligenz des Experiments vernichtete. Ja, Zarco war sein ganzer Stolz unter den künstlichen Intelligenzen. Wild, aggressiv und schwer zu zähmen, jedoch militärisch enorm erfolgreich. Er überlegte angestrengt, wie er Zarco von seinem Plan abbringen könnte, und sprach schließlich:

    „Ich bin überzeugt, Gorth hat eine Strafe verdient. Doch haben mir die Sterne prophezeit, dass er noch eine wichtige Aufgabe für euch zu erfüllen hat.“

    „Ist das so?“

    Zorn schwang in Zarcos Stimme mit, als er sich zur Tür umdrehte und rief: „Bringt ihn herein!“

    Die Flügeltüren schwangen auf und ein protestierender Gorth wurde in den Raum hereingeworfen. Zarco stand wütend vor ihm in seiner Rüstung aus dunklen, gepanzerten Platten, überzogen mit Krallen aus Metall und verschlungenen, rot leuchtenden Verzierungen. Seine Rüstung und das wabernde, zerfetzt wirkende Cape verströmten noch stärker als Gorths Mantel eine unheimliche Schwärze. Einen starken Kontrast dazu bildete Zarcos gespenstisches weißes langes Haar und sein bleiches, glattrasiertes Gesicht mit den ausladenden Wangenknochen, verunziert durch eine alte Narbe. Das Ungewöhnlichste aber waren seine Augen. Beide wie zwei große Glaskugeln, die vollständig mit einer leuchtend blauen Flüssigkeit gefüllt schienen. Manchmal sah es aus, als würde hinter ihnen etwas diffus im Kopf herum schwimmen.

    Diese pupillenlosen Augen funkelten Gorth zornig an. „Du hast dir also den magischen Helm stehlen lassen, den ich dir persönlich anvertraut habe. Damit wollten wir in Kürze eine wichtige Operation durchführen. Du weißt, ich dulde kein Versagen unter meinen Dienern.“ Mit der Außenseite seiner rechten Hand schlug Zarco Gorth ins Gesicht, so dass dieser einige Meter quer durch den Raum rutschte.

    „Dieses Frevels wegen bist du des Todes würdig. Doch mein Hofmagier Harkon hat mir geweissagt, dass du noch eine wichtige Rolle spielen wirst und uns von großem Nutzen sein sollst. So wird dein Leben heute nicht enden. Aber ohne Strafe wird dieser Fehltritt auch nicht bleiben.“

    Zarco trat auf den offenen Balkon und rief: „Kommt beide zu mir.“

    Harkon und Gorth folgten auf den Balkon, von dem man weit ins Land hineinblicken konnte mit seinen Feldern und Dörfern, Wäldern und Seen. Je näher sie an der Burg lagen, desto düsterer wirkten sie.

    Zarco sprach zum Magier: „Wirf mir ein rotes Leuchten in die Wolken.“ Major Hark wusste nicht, was Zarco bezweckte, aber er ließ seinen Avatar mit seinem Stab eine rote Feuerkugel heraufbeschwören, die er in die Wolken schoss. Ein langer rauchiger Schweif folgte ihr und die Wolken erglühten rot, als die Kugel darin verschwand.

    „Das“, raunte Zarco Gorth zu, „war das Zeichen für meine Soldaten, dein Dorf anzuzünden und jeden Bewohner in den Flammen umkommen zu lassen.“ Entsetzen erfasste Gorth und er flehte Zarco an: „Bitte, nein! Das sind Menschen, die mir – die unserer Sache – treu gedient haben, die über Jahre hinweg mutig für uns gekämpft haben, die uns folgen, achten und ehren. Bitte, verschont meine Leute und verschont meine Familie!“

    Harkon stand daneben und presste die Lippen aufeinander. Die Aktionen des dunklen Herrschers wurden immer extremer und er wurde immer weniger kontrollierbar.

    Zarcos Augen funkelten Gorth an: „Für diesen Fehler bezahlen nun die deinen. Lerne daraus. Dein nächster Fehler wird dein letzter sein. Also begehe keinen mehr.“ Dann marschierte er in den Raum zurück auf die Türe zu und rief: „Harkon, folge mir, wir müssen einen Schlachtplan besprechen.“

    Widerwillig wandte sich Harkon zum Gehen.

    Allein zurück auf dem Balkon blieb Gorth, der erfüllt von Grauen zusah, wie das Feuer in seinem Dorf immer höher brannte, bis alle Häuser in Flammen standen. Zitternd hielt er sich an der Brüstung fest, um nicht zu fallen, und rang nach Luft. Er konnte sich von diesem Schrecken nicht abwenden. Das erste Mal in Gorths Leben rannen Tränen über sein Gesicht.

    Ansichtskarten

    Der Nebel in Harans Dorf wich langsam der höher steigenden Sonne. Auf dem von einfachen Häusern umgebenen Dorfplatz mit dem Brunnen in der Mitte und dem alten, knorrigen Baum lungerten einige zwielichtige Gestalten herum. Aus der Schmiede drang das gleichmäßige Hämmern auf Metall.

    Yicca beäugte gerade die erbeuteten Kleinigkeiten: Messer, Handschuhe, zwei billige Amulette und einige Goldmünzen, welche besiegte Gegner hatten fallen lassen. Dann grinste er und sprach: „Auf in die Taverne, das muss gefeiert werden.“

    „Geh schon vor“, antwortete Haran, „ich will mit Natasha noch etwas besprechen.“

    Yicca verbeugte sich und schlenderte hinüber zum Gasthaus.

    Natasha schaute misstrauisch zu den Gestalten hinüber und nahm Haran dann beiseite.

    „Lass uns dort zwischen die Häuser gehen, Haran. Ich will nicht, dass uns das halbe Dorf zusieht.“

    Die beiden gingen zwischen zwei Häuser, deren strohgedeckte Dächer den Boden berührten. Auf der einen Seite konnte man einen Teil des Dorfplatzes sehen, auf der anderen sah man den Hügel mit dem Runenstein aufragen, von und zu dem man sich teleportieren konnte. Haran stellte sich mit dem Rücken zum Dorfplatz und Natasha ihm gegenüber, so dass niemand sehen konnte, was sich zwischen beiden abspielte. Natasha schaute verstohlen über die Schulter, dann bat sie Haran: „Zeig mir das Schmuckstück.“

    Haran reichte ihr den Helm. Sie musterte die Kopfbedeckung und meinte dann: „Faszinierend. Ich bin gespannt, welche magischen Fähigkeiten in ihm stecken.“

    Haran runzelte die Stirn und schüttelte langsam den Kopf.

    „Nach dem, was ich heute Nacht gesehen habe, brauchst du so etwas doch gar nicht. Du kannst einfache Messer in mächtige magische Waffen verwandeln. Wie hast du das gemacht und was war das für eine Fläche mit merkwürdigen Schriftzeichen darin? Die Buchstaben waren mir bekannt, doch die Worte waren mir fremd.“

    Natasha ließ den Helm sinken und blickte zu Boden. Dann nickte sie und schaute Haran in die Augen.

    „Du hast recht. Eigentlich kann ich vieles selbst in die Gegenstände hinein mogeln. Doch dann wäre der Spaß nur halb so groß. Aber was mich wundert ist, dass du das mitbekommen hast.“

    Sie musterte ihn und schaute kurz über seinen Kopf, wo ihr Headup-Display unsichtbar für Haran weitere Informationen einblendete.

    „Du bist doch ein NPC – und doch habe ich das Gefühl, mich mit einer echten Person zu unterhalten.“

    „Was ist ein NPC?“

    „Ein Non-Player-Character, ein Computerprogramm“, sie stockte verblüfft, „du solltest das gar nicht fragen.“

    Haran merkte, wie unangenehm ihr die Situation wurde, darum warf er ein: „Du wolltest mir doch etwas mitbringen für unser gemeinsames Beutestück.“

    Natasha tauchte aus ihren Gedanken auf.

    „Oooh, ja! Ach ja.“

    Sie kramte in einer Tasche am Gürtel ihres Gewandes, die Haran zuvor gar nicht aufgefallen war, und reichte ihm dann einige Fotos. Darauf zu sehen waren eine große Statue auf einem Sockel auf einer Insel, ein Gebäude mit einer mächtigen Turmuhr an einem Fluss und eine Stadt mit einem riesigen, nach oben spitz zulaufenden turmartigen Gerüst. Unter den Bildern standen die Worte: „Freiheitsstatue, New York“, „Big Ben, London“, „Eiffelturm, Paris“.

    Haran betrachtete die Bilder fasziniert und strahlte.

    „Das ist großartig. Und dafür willst du nicht mehr als diesen magischen Helm?“

    Sie verzog gequält den Mund und seufzte.

    „Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, weil ich dir immer wertvolle Dinge für solchen Krempel abnehme.“

    Wie vom Schlag getroffen, erschlafften Harans Arme und er ließ die Bilder sinken. Eine ganze Weile schaute er sie ernst an und sagte dann ruhig und bestimmt: „Das ist kein Krempel! Das sind Bilder und Gegenstände aus anderen Welten. Für mich SIND das wertvolle Dinge!“

    „Junge, du bist echt was Besonderes für ein Programm.“

    Er lächelte.

    „Hör mal, Haran, ich habe hier noch etwas für dich. Ich denke, so langsam schulde ich dir etwas“, sie reichte Haran einen Spiegel. „Es ist ein magischer Spiegel. Wenn du mich irgendwann mal brauchen solltest, drück den kleinen Kristall im Griff. Dann kannst du mich im Spiegel sehen und mit mir sprechen.“

    Harans Lächeln verbreiterte sich zu einem glücklichen Strahlen.

    „Oh Mann“, Natasha wurde rot, „ich gebe meine Telefonnummer einem Programm. Ich bin ganz schön verrückt, nicht wahr?“

    „Ich verstehe nicht alle Worte, die du benutzt. So etwas wie Telefonnummer oder Programm. Aber ich glaube nicht, dass du verrückter bist als viele andere hier.“

    Eine irritierte Stille machte sich plötzlich zwischen beiden breit.

    „Ääh, ich meine natürlich nicht, dass du verrückt bist, Natasha. Was ich, äh, meinte, ist, dass viele Leute hier so seltsam sind und dass, äh

    Jetzt war es Haran, dem die Situation äußerst peinlich war. Doch Natasha grinste ihn einfach frech an. Auf einmal ertönte eine hohe Glocke.

    „Ups“, warf Natasha ein, „das ist der Pizzabote. Ich muss Schluss machen. Wir sehen uns.“

    Die Unterbrechung war ihr ein willkommener Anlass, sich aus der Situation zurückzuziehen. Sie löste sich mit einem Leuchten auf und war verschwunden.

    Zurück blieb ein verwirrter Haran, der in Richtung des Runensteins auf dem Hügel blickte, während er versuchte, seine Gedanken zu ordnen. Nur Sekunden später wurde der Stein mit seinem unverwechselbaren Geräusch für einen Teleport-Vorgang aktiviert und aus dem Licht traten zwei Gestalten.

    Die Artefaktesammlung

    Dr. Kelly hatte seine VR-Brille aufgesetzt und sich in die mittelalterliche Spielewelt eingeklinkt. Diesmal wurde er begleitet von seiner Frau Sabrina. Sie hatte ihn so lange gelöchert, dass sie diesen Haran einmal kennenlernen wollte, bis er nachgegeben hatte und sie mitnahm, auch wenn er gerade in seinem Büro saß und sie zuhause war. Er ärgerte sich ein wenig, denn es fiel Sabrina äußerst leicht, ihn um den Finger zu wickeln, und er mochte es nicht, wenn er die Kontrolle einbüßte.

    Dr. Kelly reiste in die digitale Welt in seinem normalen Outfit als Kellian der Magier, den Haran als seinen Mentor und Freund kannte. Kellys Avatar war gekleidet in ein rotgoldenes, mit prächtigen Runen verziertes Magiergewand mit einer ausladenden Kapuze. Sabrina hatte ihm gesagt, sie würde mit dem Avatar einer Elfenkönigin dazustoßen.

    Helles, wirbelndes Leuchten umgab Paul Kelly. Dann verblassten die funkelnden Lichter und sein Avatar stand gemeinsam neben dem bildhübschen Avatar seiner Frau am Runenstein oberhalb des mittelalterlichen Dorfes.

    Sabrina Kellys Avatar lächelte, wodurch ihre spitzen Elfenohren sich leicht nach oben bewegten. Die langen roten Haare, welche das wunderschöne Gesicht umrahmten, fielen auf ihr tief ausgeschnittenes weißes Kleid aus Seide. Es war verziert mit goldenen Stickereien und an verschiedenen Stellen waren goldene Broschen und Ringe eingewebt. An Armen, Beinen und um den Hals trug sie weiteren Goldschmuck. Auch die weißen Lederstiefel waren mit goldenen Ornamenten verziert.

    Sie stiegen langsam den Hügel hinab. Als sie näher kamen, erkannte Paul Kelly Haran, der zwischen zwei Häusern vor dem Dorfplatz stand und in ihre Richtung schaute.

    Kelly winkte Haran mit seinem gewundenen Zauberstab zu. Haran erwiderte den Gruß und wartete, bis sie auf wenige Meter heran waren.

    „Seid gegrüßt, Kellian, mein Freund. Wer ist Eure bezaubernde Begleitung?“

    „Das ist – äh – Rina. Sie ist Herrscherin über einen weit entfernten Elfenstamm und ebenfalls vertraut mit der Magie wie ich. Sie ist eine sehr, sehr gute Freundin.“

    Haran musterte Rina interessiert und verbeugte sich dann.

    „Herzlich willkommen! Kellians Freunde sind meine Ehrengäste. Er hat mir viel beigebracht und mich einen wachen Blick gelehrt. Heute bin ich ihm doppelt dankbar dafür, denn so bezaubert mich Eure Schönheit doppelt.“

    „Habt Dank für dieses charmante Kompliment“, antwortete Rina mit einem gewinnenden Lächeln, während Kellian etwas verwirrt danebenstand.

    Rinas Blick fiel auf die Karten in Harans Hand: „Was ist das denn?“

    „Och, das ist eigentlich nichts. Nur ein paar Karten mit Bildern.“

    Haran beeilte sich, die Bilder in seine Rüstung zu stecken, als wolle er nicht, dass sie gesehen werden.

    Kellian sprach Haran an: „Du hast mir in deiner letzten Nachricht mitgeteilt, dass du mir etwas zeigen und über etwas Wichtiges mit mir sprechen wolltest. Darum bin ich hergekommen. Worum geht es?“

    „Äh, ja. Das ist richtig. Es ist nur …“

    Kellian schaute etwas verwundert. Heimlichtuerei war sonst nicht Harans Art.

    „Es ist ein wenig delikat“, brachte Haran schließlich heraus.

    Auf einmal verstand Kellian und blickte Rina mit großen Augen an. Auch sie hatte geschaltet.

    „Ich will euch beide nicht bei eurer Besprechung stören. Ich habe sowieso noch – äh – ein paar Monster zu beseitigen. Wir sehen uns später.“

    Sie blickte zu Kellian hinüber und zwinkerte ihm zu, so dass Haran es nicht sehen konnte. Dann verschwand sie in einem hellen Leuchten. So leicht würde sie sich den Spaß nicht nehmen lassen. Dr. Kelly konnte in seinem Display sehen, dass Sabrina als Zuschauerin weiter unsichtbar zusah. Es war ihm zwar nicht recht, doch konnte er es jetzt nicht ansprechen, ohne dass Haran etwas bemerken würde. Er atmete tief durch und sagte dann: „Wir sind allein.“

    „Ich wollte Eure Begleiterin nicht vertreiben. Das tut mir leid.“

    „Nein, ist schon in Ordnung. Sie versteht es, wenn wir etwas persönliches besprechen wollen. Also, worum geht es, Haran?“

    Haran kam ein wenig näher, als ob er glaubte, jemand würde sie belauschen, und sprach leise: „Das sollten wir am besten in meiner Hütte besprechen, wo wir ungestört sind.“

    Eine solche Geheimniskrämerei hatte Kellian noch nie bei Haran bemerkt. Er willigte ein und folgte Haran ruhigen Schrittes durch das Dorf, doch innerlich platzte er fast vor Neugier. Etwas abseits auf einem kleinen Hügel am anderen Ende des Dorfes lag einsam Harans Hütte. Sie betraten einen kleinen, einfachen Raum mit einem Tisch, vier Hockern, einem großen Schrank und einem Bett. An der Wand hinter dem Bett hingen – wohl als Trophäen – einige Rüstungen und Helme. Gegenüberliegend über der Tür prangte ein prächtiger runder Schild, hinter dem verschiedene Schwerter und Speere hervorragten.

    „Seid willkommen in meinem bescheidenen Heim. Schließt bitte die Tür.“

    Haran bot Kellian einen Hocker an. Er selbst blieb stehen.

    „Nun bin ich aber sehr gespannt.“

    „Danke, dass Ihr gekommen seid“, hob Haran an, „Ihr seid mir ein guter Lehrer und Freund gewesen und habt mir vieles beigebracht. Vor allem, auf Zusammenhänge zu achten und auf kleine Fehler, weil sich dahinter häufig große Geheimnisse, Fallen oder Gefahren verbergen.“

    „Das – ja, das habe ich dir einmal gesagt. Worauf willst du hinaus?“

    „Mensch, ist das schwierig zu erklären. Es geht um die Welt. Diese Welt hier.“

    Kellian schaute Haran erwartungsvoll an.

    „Habt Ihr nicht auch manchmal das Gefühl, dass etwas mit dieser Welt nicht stimmt?“

    „Was zum Beispiel?“

    „Wisst Ihr“, fuhr Haran fort, „manche Personen benehmen sich seltsam. Die einen scheinen strohdoof zu sein. Sie reden einige Sätze, aber alles wiederholt sich, und wenn man etwas Bestimmtes fragt, weichen sie aus. Man kann sich nicht über andere Themen mit ihnen unterhalten. Dann gibt es Personen, die irgendwie anders sind. Sie sprechen seltsame Dinge, benutzen Worte, die niemand kennt, und es ertönen komische Geräusche. Ich meine Worte wie Pizzabote, Auto, Telefonnummer, Raumschiff oder U-Boot-Captain.“

    Kellian riss die Augen auf und blickte ihn verblüfft an.

    „Vielleicht ist es besser, wenn ich es Euch einfach zeige. Deshalb seid Ihr doch hier, oder?“

    Haran atmete tief durch, lief zum Bett und schob es zur Seite. Darunter kam eine Falltüre mit Eisenring zum Vorschein. Er nahm eine Fackel von der Wand und entzündete sie. Dann öffnete der Krieger die Falltür und ging mit der brennenden Fackel in der Hand voran. Kellian folgte erstaunt durch den ihm bis dahin unbekannten Geheimgang. Wann hatte er das nur gemacht? Und wieso hatten sie davon bislang nichts bemerkt?

    Der schmalen Holztreppe folgte ein kurzer Gang, der in einen dunklen Raum mündete. Haran entzündete einige Fackeln an den Wänden des Raums. An der einen Wand waren Vorräte und weitere Waffen gestapelt – die Grundausstattung für einen Krieger.

    Die anderen drei Wände waren übersät von Fotos und Bilderrahmen sowie weiteren Gegenständen. Die Fotos waren thematisch nach verschiedenen Genres angeordnet. Kellian erkannte außerdem einen Hut, wie ihn Gangsterbosse trugen, ein Maschinengewehr, eine Laserpistole, einen gläsernen Astronautenhelm, eine Schreibtischlampe, Taucherflossen, einen schwebenden Globus und einige Bücher.

    Ihm blieb die Luft weg. Das waren alles Gegenstände – sogenannte Items –, die in andere Spielewelten gehörten. Es sollte eigentlich ausgeschlossen sein, dass sie hier auftauchten. Nur Hacker waren in der Lage, einen Gegenstand zu verändern oder ihn aus einer Spielewelt herunterzuladen, um ihn in eine andere Welt hochzuladen. Es war schon klar, dass dies immer wieder passierte, denn in den Sicherheitsmechanismen der Systeme fanden sich regelmäßig Lücken. Doch dass Haran hunderte Bilder und Gegenstände zusammengetragen hatte, verschlug ihm einfach die Sprache.

    Haran nahm einen der Bilderrahmen von der Wand und reichte ihn herüber. Kellian nahm ihn entgegen und drückte auf den Knopf unten auf dem Rahmen. Ein kleines Video erschien und zeigte ein aufgetauchtes U-Boot, über dem Propellerflugzeuge kreisten und Maschinengewehrsalven abfeuerten. Das U-Boot tauchte weg. Dann sprach eine Stimme aus dem Rahmen: „Werde auch du U-Boot-Captain des Zweiten Weltkriegs und erstelle heute noch deinen kostenlosen Account.“ Der Titel des Spiels wurde eingeblendet und das Video erlosch. Kellian gab Haran den Rahmen zurück.

    „Wo kommt das bloß alles her, Haran?“

    „Vor zwei Jahren konnte ich von einem Kämpfer ein Bild aus einer anderen Welt gegen ein wertvolles erbeutetes Schwert eintauschen. Es zeigte große Schiffe aus Metall, die im Sternenhimmel schwebten. Das hat mich nicht mehr losgelassen und ich begann, gezielt solche Dinge zu suchen. Seither habe ich mit vielen Reisenden gesprochen und hunderte von Bildern eingetauscht – und in seltenen Fällen auch Gegenstände, die es bei uns nicht gibt. Inzwischen ist daraus diese große Artefaktesammlung geworden.“

    Kellian setzte sich auf den Boden und knetete sein Gesicht mit seinen Händen. Er dachte angestrengt nach, bevor er seine nächste Frage stellte.

    „Was hast du noch erfahren?“

    „Ich habe Geschichten über weitere Welten gehört, die gänzlich anders als unsere Welt hier sein sollen. Ich glaube inzwischen, unsere ist nur eine unter vielen magischen Welten.“

    Kellian war einerseits tief beeindruckt, dass Haran so viel herausgefunden hatte. Andererseits kreisten seine Gedanken um die Frage, welche Probleme dies alles aufwerfen würde.

    Haran fuhr fort: „Viele berichten auch von einer sagenhaften Welt der Götter. Diese Götter hätten die anderen Welten und auch unsere hier erschaffen, heißt es. Und sie würden von einer in die nächste reisen, um sich zu vergnügen – um zu spielen sozusagen. Ebenso wie wir uns in unserer Welt durch ein Portal von einem Ort zum anderen bewegen, soll es auch Portale geben, die in diese anderen Welten führen. Wie sollen sonst all die Gegenstände aus anderen Welten hierhergekommen sein?“

    Haran hatte tatsächlich das Rätsel seiner virtuellen Existenz geknackt und dabei erstaunlich viele Details herausbekommen.

    „Wieso erzählst du mir das, Haran?“, fragte Kellian schließlich.

    Vor seiner Antwort machte Haran eine Pause.

    „Mein Traum ist es, eines Tages diese anderen Welten zu bereisen und all ihre Wunder selbst zu sehen. Ihr seid weise und habt viel gesehen. Ich würde gerne wissen, ob Ihr eines dieser magischen Portale kennt oder mir etwas sagen könnt, das mir hilft, ein solches Portal zu finden.“

    Jetzt war es raus. Kellians Gedanken rasten. Er konnte nicht klar denken. Er brauchte Zeit.

    „Haran – das ist unglaublich! Du hast mich heute tief beeindruckt – und ich bin stolz auf dich! Ich muss eine Weile darüber nachdenken. Wir sprechen in den nächsten Tagen in Ruhe darüber. Einverstanden?“

    Haran nickte langsam. Kellian verabschiedete sich und verschwand in gleißendem Licht. Haran blieb noch eine lange Weile in seinem Keller sitzen und betrachtete seine Artefakte. Jetzt, da er sich offenbart hatte, würde etwas passieren. Er wusste noch nicht was oder wie. Doch war er sich sicher, dass schon bald große Veränderungen in seinem Leben eintreten würden. Und damit sollte er Recht behalten.

    – Dies ist das ENDE dieser Leseprobe –

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